Energiepass


Seit dem 1. Juni 2008 brauchen Eigentümer für ihr Haus einen Energiepass. Jedoch nur, wenn sie das Haus vermieten oder verkaufen wollen. Eigentümer, die ihr Haus selbst bewohnen, müssen sich nicht zwangsläufig einen Energiepass ausstellen lassen.

Diese Pflicht gilt jedoch auch nicht für alle Gebäude. Neubauten und grundlegend sanierte Gebäude sind von der Regelung ausgenommen, da diese schon der vorgeschriebenen Wärmebedarfsberechnung unterliegen. Es ist aber für jeden Eigentümer eines Gebäudes wichtig zu wissen, wie groß der Energiebedarf seine Hauses ist, um eventuell Maßnahmen zur Energieeinsparung zu ergreifen.

Vorteil für Mieter und Käufer

Für den Eigentümer ergeben sich scheinbar auf dem ersten Blick keine Vorteile. So steht er in der Pflicht, auf eigene Kosten einen Energieausweis zu beantragen und diesen Mietern und potentiellen Käufern vorzulegen. Tut er dies nicht, macht er sich strafbar.

Mieter und Käufer können anhand des Energiepasses ersehen, ob es sich bei dem Gebäude um einen Energieverschwender handelt, der unnötig die Energiekosten in die Höhe treiben wird. Daher ist für Mieter der energetische Zustand des Hauses unbedingt von Interesse.

Was Mieter und Käufer wissen sollten

Bei den Energiepässen gibt es zwei Varianten, die sich unterscheiden. Einmal der verbrauchsorientierte Ausweis, bei dem der Energieverbrauch der letzten Jahre zugrunde gelegt wird und der bei der Ausstellung deutlich günstiger ist. Teurer ist der bedarfsorientierte Energieausweis, der anhand der bauphysikalischen Gegebenheiten berechnet wird.

Bei beiden Varianten sollte man jedoch bedenken, dass kein genauer Wert ermittelt werden kann. Beim verbrauchsorientierten weiß man nicht, wie die Bewohner mit der Energie umgingen, ob stromfressende Geräte im Gebrauch waren etc. Beim bedarfsorientierten kann man nur einen Standardwert ermitteln, unabhängig der Gewohnheiten der Bewohner.

Vorteil für Eigentümer

Zunächst scheinen auf den Eigentümer nur Kosten zuzukommen. Beim bedarfsorientierten Energiepass erhält er jedoch automatisch eine individuelle Modernisierungsempfehlung. Dafür werden die vorhandene Heiztechnik und die Qualität der Fenster und Wände direkt vor Ort geprüft. Aufgrund dieser Empfehlung kann er sein Gebäude sanieren lassen. Sanierungsmaßnahmen, die dem Zweck dienen, Energiekosten einzusparen, sind förderungswürdig. Informationen zum Thema Förderangebote erteilt die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).


Energiepass aus dem Internet

Vorsicht ist geboten bei Energieausweisen aus dem Internet, bei dem nur ein Fragebogen ausgefüllt werden muss, den man sich anschließen sogar noch selbst ausdrucken kann. Mittlerweile gibt es solche Energieausweise bereits ab 9,90 Euro. Zunächst erscheint einem der Vorteil willkommen zu sein – kein Vor-Ort-Termin, kein riesiger Aufwand und dann noch die günstigen Kosten. Doch am Ende steht man womöglich mit keinem gültigen Energiepass da und riskiert ein Bußgeld bis zu 15.000 Euro. Sparen Sie also besser nicht am falschen Ende und beantragen Sie einen Energieausweis, der den gesetzlichen Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV 2007) entspricht.