Stuck


Stuckdecken sind uns als alten Häusern bekannt. Gern gestaltete man die Decken mit plastischen Elementen aus Mörtel oder Baugips. Stuck wurde daneben auch an Wänden und Gewölben angewendet und für einfachere Gesimse.

Die Epochen Barock und Rokoko waren besonders für opulente Stuckverzierungen bekannt. Seit der Jahrhundertwende verwendete man das Gießverfahren an und konnte so Stuckelemente in Serie herstellen. Stuckmarmor ist eine besondere Stuckart mit der Marmor imitiert wurde und oft kostspieliger war als Marmor an sich. Dennoch ließ sich mit diesem Stuck großflächig arbeiten. In der Gründerzeit, im Historismus bis zum Jugendstil war Stuck weiterhin ein wichtiges Gestaltungselement, das jedoch danach mehr und mehr an Bedeutung verlor.

Ab der 1950er Jahre wurde Stuck vielfach entfernt, da dieser nicht mehr zu den modernen Architekturvorstellungen passte. Aber nicht nur in den Innenräumen, sondern auch die Fassaden wandelten sich. Stuck wurde entfernt und stattdessen brachten Putz, Klinker, Fliesen und andere Fassadenverkleidungen gradlinige „moderne“ Fassaden zum Vorschein.

Stuckrestaurierungen

Professionelle Stuckrestaurierungen werden von Stukkateueren durchgeführt. Sie führen Instandsetzungsarbeiten an alten Fassaden durch und stellen neuen Wand- und Deckenstuck her.

Stuckdecken selber restaurieren

Ist in einer Wohnung noch eine Stuckdecke vorhanden, ist diese in den meisten Fällen mehrfach gestrichen worden, so dass feine Details verschwunden sind. Hier hilft nur mühselige Handarbeit, um die Farbschichten – meist Dispersions- und Leimfarbe – zu entfernen. Leimfarbe kann man relativ leicht mit Wasser und Schwamm abreiben. Dispersionsfarbe ist etwas hartnäckiger und dieser könnte man vorsichtig mit einem Dampfreiniger zu Leibe rücken. Aufgeweichte Farbe wird dann mit einem Schwamm abgenommen. Mit einem Skalpell oder Teppichmesser lassen sich auch feine Fugen vorsichtig säubern. Hilft das alles nichts, wäre der letzte Ausweg die Anwendung von Lauge.

Stuck- und Fassadenreiniger arbeiten mit biologischem Abbeizer und reinigen die Fassade anschließend mit einem HD Reiniger, der über spezielle Düsen verfügt.

Beschädigter Stuck kann durch neuen ersetzt werden oder man besorgt sich einen Stuckschlitten und zieht diesen nach. Hohlkehlen, wie man sie an Decken oft findet, werden am Besten mit einer Flasche nachgezogen. Im Übrigen verwendet man heute zur Stuckherstellung für den Innenbereich Gips (Alabastergips). Für Stuckarbeiten im Außenbereich Gesimsmörtel.

Wenn sich die Restaurierung eines Deckenstucks nicht mehr lohnt, weil die Beschädigungen zu großflächig sind, kann man diesen abklopfen und mit neuen Stuckelementen die Decke rekonstruieren.

Tipp: Manche Stukkateure und Handwerksfirmen, die sich mit Fachwerk auskennen, fertigen bei Bedarf auch Lehren an, um schadhaften Stuck selbst ausbessern zu können. Spezielle Werkzeuge erhält man im Restaurationsbedarf für Stukkateure, einfache Werkzeuge aber auch im Baumarkt. Oft erhält man von Profis auch wertvolle Informationen für die Restaurierung.