Stacks Image 60

Antiquitäten


Für die einen sind sie altbacken, für andere haben sie Still und Klasse – die Rede ist von Antiquitäten. So wie es viele Meinungen zu ihnen gibt, so vielfältig ist auch das Angebot an Möbeln aus vergangenen Jahrzehnten.

Ein Möbelstück oder Gegenstand darf sich Antiquität nennen, wenn es je nach Stilrichtung etwas 50 – 100 Jahre alt ist. Es handelt sich dabei um einen Gegenstand künstlerischer oder kunsthandwerklicher Art und ist häufig eine Rarität.

Erhältlich sind Antiquitäten auf Antikmärkten, beim Antiquitätenhändler oder auf Online-Auktionsportalen. Vorrangig aber auch in Kunst-Auktionshäusern.

Die Epochen

Häufig vertretene Epochen:

• Barock
• Biedermeier
• Gründerzeit
• Jugendstil (Art Nouveau)
• Art Deco
• 50er Jahre

Jede Epoche hat ihre ganz eigenen Stile hervorgebracht. Der Barock so beispielsweise pompöse Schränke und Sofas, die aus edlen Materialien hergestellt wurden. Die Biedermeier-Zeit dagegen wurde schlichter, während die Gründerzeit die beliebten Weichholzmöbel hervorgebracht hat. Der Jugendstil ist unverkennbar mit seinen floralen Mustern und Schnitzereien und die Art Deco Epoche mit der gegensätzlichen Gradlinigkeit. Die 50er Jahre hatten ihren ganz eigenen Reiz und Pastelltöne und Nierentischen haben längst ebenfalls ihre Anhänger gefunden.

Unterschied zwischen Antik und Antiquität

Es gibt Antikhändler und Antiquitätenhändler. Dieser kleine aber feine Unterschied hat eine bedeutende Aussage. Antik darf sich alles nennen, was auf alt gemacht wurde. Es handelt sich dabei um Gegenstände neueren Datums, die mit chemischen oder mechanischen Mitteln ein altes Aussehen erhalten.

Antiquitäten dagegen dürfen sich erst so nennen, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, so wie es oben beschrieben wurde.

Original oder aufgearbeitet

Will man sich eine Antiquität als Wertanlage in die Wohnung stellen, dann sollte es sich dabei um ein Original handeln, dass am Besten im Originalzustand ist. Gebrauchsspuren und Patina sind dabei kein Problem, sondern eher erwünscht. Oftmals wurden Möbel jedoch angestrichen oder waren so beschädigt, dass ein Abbeizen und Ersetzen von Möbelteilen nötig wurden. Das Abbeizen zerstört die ehemalige Oberfläche von Möbeln, was diese automatisch minderwertiger macht. Das Ersetzen von Möbelteilen sollte daher von einem fachkundigen Restaurateur durchgeführt werden. Laienhaft restaurierte Möbel sehen zwar häufig gut aus und haben sicher ihre Berechtigung, aber eignen sich nicht weiter als Wertanlage.

Antiquitäten erkennen

Eindeutig ein Möbelstück bestimmen, kann nur ein Fachmann. Man selbst kann aber leicht feststellen, ob es sich um ein neues und auf Alt getrimmtes handelt oder ob es tatsächlich alt ist.

Bei Schränken und Kommoden brauchen Sie dazu nur die Schubladen öffnen. Bei alten Möbeln wurde innen das Holz in der Regel nicht behandelt, also sollte es durch Alterung entsprechend dunkel sein. In früheren Zeiten verwendete man keine Nägel oder Schrauben für die Herstellung von Schubladen, deswegen findet man an den Seiten zapfenförmige Einkerbungen, mittels denen die Schubladenteile zusammengesteckt wurden.

Gern werden auch Wurmlöcher imitiert. Schlaue Antikhändler werfen dazu mit Dartpfeilen auf das Möbelstück. Echte Wurmlöcher sind dagegen unregelmäßiger und verlaufen leicht schräg. Ist der Wurm noch aktiv, findet sich in den Gängen Holzmehl. Holzwürmer können mit speziellen Mitteln bekämpft werden, daher sind sie nicht so problematisch wie gedacht und selbst ohne Behandlung braucht ein Wurm Jahrzehnte bis die Stelle so durchlöchert ist, dass sie restauriert werden müsste.

Ein weiteres Merkmal sind die Rückwände von Schränken und Kommoden. Diese bestanden aus unbehandeltem Vollholz und sind mehrteilig. Rückwände aus Spanholz kannte man da noch nicht. Da auch Nägel nicht unbedingt zum Handwerkszeug der Möbelbauer gehörten, wurden Rückwände mit Nut und Feder zusammengesteckt. Nägel oder Schrauben sollten Sie daher immer skeptisch machen oder wenn ihnen das Holz sehr hell und damit neu erscheint.

Antiquitäten mit anderen Möbeln kombinieren

Die meisten werden sich nicht komplett mit Antiquitäten einrichten, sondern einzelne antike Möbel mit neueren Möbeln kombinieren. Antike Weichholzmöbel aus der Gründerzeit oder dem Jugendstil lassen sich recht gut mit neuen Landhausmöbeln kombinieren. Einen hervorragenden Kontrast bilden Antiquitäten und Design-Klassiker aus der Bauhaus-Ära.